Marco Polo

Mit Yak und Pack durch den Pamir

Wer oder was ist Tadschikistan? So stand es in einem Prospekt von Globetrotter und auch unsere Erfahrung zeigt, dass wir in fragende Gesichter schauen, wenn uns jemand fragt wo wir gerade seien und wir antworten in Tadschikistan.

Zu Beginn unserer Reise stand weder Kirgistan noch Tadschikistan auf dem Plan und als wir in Kirgistan eintrafen, planten wir noch keinen Trip über den Pamir.

In TES´Guesthouse trafen wir wieder einmal mit Emma und Andy zusammen und feierten dort gemeinsam Annettes Geburtstag. Die beiden Engländer überzeugten uns, mit Ihnen gemeinsam den Pamir Highway zu befahren und Oibek von Muztoo, einem schweizer Reisebüro in Osh besorgte für uns die Tadschikistan Visa, samt Pamir Permit in drei Tagen in der Hauptstadt Bischkek. In den drei Tagen, an denen wir warten mussten, trafen im Guesthouse einige Overlander und Motorradfahrer ein und wir hatten eine gute Zeit. Aber wir trafen auch schon einige Vorbereitungen, so baute Andy auch eine Dusche an seinen Toyota und wir füllten sämtliche Wasser- und Dieseltanks. Annette und Emma kauften Lebensmittel und Getränke ein, denn auf dem Pamir ist man auf sich alleine gestellt und es gibt nur wenige Orte wo man sich versorgen kann, meist auch nur privat.

Am Samstag nach Annettes Geburtstag brechen wir nach dem Frühstück in der Frühe auf. Das Beast ist vollgeladen, alle Tanks und der Kühlschrank sind gefüllt, Lebensmittel hängen überall in Tüten und Behältern herum. Ich fühle mich ein bisschen wie bei „Das Boot“, als sie sich auf Feindfahrt begeben und aus dem Hafen auslaufen. Jetzt wollte ich gerne mal wissen, wieviel Kilogramm wir auf die Waage bringen, schätzungsweise knappe 4 Tonnen.

Der erste Teil der M41 auf kirgisischer Seite ist noch gut ausgebaut und wir kommen flott voran. Wir passieren schon einige Pässe mit über dreitausend Metern Höhe und dann kommt der Kyzyl-Art-Pass mit 4280 m Höhe, auf diesem Pass befindet sich die kirgisisch-tadschikische Grenze und einer der Grenzbeamten empfängt uns mit den Worten:“ Welcome to the highest custom post in the world“.

Die Grenzabwicklung ist relativ problemlos, wir verhandeln natürlich wieder die Preise für diverse Zolldienstleistungen und bezahlen an den tadschikischen Zoll 25 US$ Zollabfertigungsgebühr, 10 US$ an die Transportabteilung und 70 Som an den Kollegen vom Veterinäramt. Ibrahim, ein tadschikischer Zöllner  will unbedingt das Beast kaufen und fragt uns aus, wir geben ihm eine Visitenkarte und teilen ihm mit, dass er uns eine E-Mail mit seinen Daten senden soll und wir uns dann bei ihm melden, wenn wir das Auto verkaufen. Er verrät uns dann, dass wir bereits alles bezahlt hätten und auf keinen Fall bei der Ausreise noch etwas bezahlen sollen.

Am ersten Tag fahren wir noch bis zum Lake Karakul und schlagen dort unsere Dachzelte auf. Dieser See ist durch einen Meteoriteneinschlag vor über 5 Millionen Jahren entstanden und hat keinen Abfluss, das Wasser salzhaltig und es gibt kaum Fische darin. Der See liegt auf ca. 4.000 m Höhe und somit höher als der Titicacasee, der als der höchstgelegene See der Welt gilt. Die Nacht ist kalt und wir spüren die Höhe. Stechen in der Brust, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit sind Anzeichen dafür.

Nach dem Frühstück geht es weiter in Richtung Murghab, wir befinden uns bereits in der autonomen Provinz Berg Badachschan, die man nur mit der sogenannten Pamir Permit befahren darf. Kurz vor Murghab müssen wir bereits den höchsten Pass des Pamir Highways, den Ak-Baital-Pass mit 4.655 m  überwinden. Die Fahrzeuge qualmen extrem schwarz, doch wir kommen gut den Berg hinauf, kurz vor der Passhöhe qualmt Andys Toyota aber plötzlich heftig weiß und wir glauben schon an ein Motorproblem, er meldet uns auch, dass in seinem Display „Check Engine“ angezeigt wird. Er bleibt aber cool und meint, dass das mit sinkender Höhe sicherlich wieder verschwinden wird, was dann auch tatsächlich so war. Murghab ist einer der Hauptorte im Pamir und es leben ca. 7.000 Menschen in dieser Stadt, in der Tourist-Info kaufen wir für einen Dollar ein Brot, was für diese Region sehr teuer ist. Am Ortsrand wird unsere Permit kontrolliert und wir biegen in ein Seitental ab. Die Strecke ist längst nicht mehr asphaltiert und wir fahren Off Road weiter bis wir einen schönen Stellplatz für die Nacht finden. Bei der Ankunft können wir an den Berghängen Tierpfade im Schnee sehen und erkennen dort kurz darauf auch die seltenen Marco Polo Schafe, die sich für die Nacht wieder in die Berge zurückziehen. Die zweite Nacht verbringen wir auf 4.200 m und wir schlafen schlecht.

Auch die Fahrzeuge spüren die Höhe, am Morgen gleich nach dem Starten des Motors ist die Leistung gleich Null, die beiden Geländewagen bewegen sich nicht vom Fleck, nach ca. 5 Minuten ändert sich das aber glücklicherweise wieder und wir können normal fahren, an den schwarzen Qualm haben wir uns bereits gewöhnt. Annette wechselt noch ihren BH und trägt nun ausschließlich ihren Lauf-BH von TriAction, das Gehoppel auf den schlechten Pfaden geht ihr auf die „Eier“.

Wir fahren durch wunderschöne Natur, durchqueren einen Fluss und kehren noch einmal nach Murghab zurück. Jetzt wechseln wir Geld, leider haben beide Banken geschlossen, aber irgendjemand schickt uns zum Pamir Hotel, dort können wir Geld wechseln und auch frisches Brot einkaufen. Der Manager spricht sogar deutsch. Jetzt wollen wir nur noch tanken, was sich als noch schwieriger herausstellt. Keine der Tankstellen hat Diesel und auf dem LKW Parkplatz bietet man uns den Diesel zum doppelten Preis an. Nach langem Hin und Her zeigt uns einer einen Hinterhof, wo man Diesel bekommen soll. Wir kaufen den kompletten Vorrat von 68 Litern auf und füllen unsere Tanks und Reservekanister damit auf. Bis Khorog kommt keine Tankstelle mehr.

Wir beschließen einen Schlafplatz unterhalb 4.000 m zu suchen und übernachten auf 3.900 m. Wir schlafen tatsächlich besser. Auf der M41, dem Pamir Highway fahren wir bis kurz nach Alichor und biegen dort nach einer Flussbrücke wieder auf einem Track in ein Seitental ab und folgen dem Fluss. Unterwegs machen wir Halt an einem Geysir und einer heißen Quelle, wo wir auch picknicken. An einem kleinen See namens Bulukul bleiben wir für heute stehen, hier ist es wunderschön und auch nur 3.750 m hoch. Emma packt noch ihre Angel aus und fängt 2 kleine Fische.

Am Abend kommt ein Sturm auf und wir fixieren mit allem was wir haben unser Dachzelt, glücklicherweise hört gegen Mitternacht der Wind auf und wir schlafen gut.

Kurz nach der Weiterfahrt kommen wir wieder auf die M41 und fahren ein kurzes Stück zurück, bis wieder eine nichtasphaltierte Straße nach Süden abzweigt. Dieser folgen wir, passieren einen tadschikischen Grenzposten und erreichen dann den Pamir River, auf der anderen Seite sehen wir Afghanistan.

Es beschleicht uns ein seltsames Gefühl, denn über dieses Land haben wir noch nie etwas Gutes gehört. Wir fahren dem Fluss Pamir entlang bis Langar, wo sich der Pamir mit dem Wakhan River zum Panj vereint.

Dieser Teil Afghanistans heißt Wakhan Korridor und wurde Ende des 19. Jahrhunderts während des Great Game, als Pufferzone zwischen dem Russischen Reich und dem British Empire installiert. Hinter dem Wakhan Valley erheben sich die Berge des Hindukusch. In unserem Reiseführer lesen wir, dass das so viel wie „Killer der Hindus“ bedeuten soll. Vielleicht war das ein natürliches Hindernis für die Verbreitung des Hinduismus von Süden her.

Tadschikistan ist das ärmste Land Zentralasiens und eines der ärmsten Länder der Welt, die Hälfte der Wirtschaftskraft stammt aus Geld, das emigrierte Tadschiken nach Hause schicken.
Das Jahreseinkommen soll durchschnittlich pro Kopf bei ca. 200 US$ liegen. Daher floriert im Nachbarland Afghanistans, dem weltgrößten Opiumproduzenten, der Drogenhandel auf der „neuen Seidenstraße“. Der „Business Insider“ hat die 19 teuersten Substanzen der Welt veröffentlicht und laut dieser Studie liegen die Drogen Heroin, Crystal Meth, Kokain und LSD vor Gold und Platin, von den natürlich vorkommenden Stoffen liegen nur Diamanten und andere Edelsteine vor den Drogen.

In Zugvand, einem kleinen Ort am Panj River suchen wir Brot, nach einigem Fragen können wir privat Brot bekommen. Die gute Frau will uns das Brot schenken, doch nach einigem Bitten nimmt sich doch das Geld an. Wir sind immer wieder erstaunt, dass uns gerade die Menschen, die so wenig haben, uns einladen oder etwas schenken möchten.
Am nächsten Morgen möchten wir zur alten Festung Abrashim (Vishim) Qala, einem Fort zum Schutze der Seidenstraße und zum Schutz vor afghanischen und chinesischen Eindringlingen fahren. In Zong fragen wir nach dem Weg, aber eine Frau gibt uns zu verstehen, dass wir auch mit Geländewagen nicht dahin fahren können. Sie bietet uns an, dass ihre Tochter mit uns zu Fuß hinaufgeht, aber für eine Wanderung sind wir heute nicht aufgelegt. Als wir das Angebot ablehnen lädt sie uns auf eine Tasse Tee in ihr Haus ein. Ihr Sohn sucht für uns einen englischen TV-Sender und währenddessen macht Schobegin, so lautet ihr Name, Tee für uns. Das Haus ist nach islamischen Regeln gebaut und gemütlich eingerichtet, außer Tee reicht sie uns noch Brot, Milch, Butter, Yogurt, Melonen, Nüsse und Süssigkeiten. Wir stellen uns vor und als sie hört, dass wir aus Deutschland sind überrascht sie uns mit einigen deutschen Wörtern, wie Mann, Frau, Bruder, Schwester, Haus, … wo sie das gelernt hat verstehen wir leider nicht.

Auf der anderen Flussseite liegt Qala-e Panja, die Ruine einer afghanischen Zitadelle, man kann sie von Zong aus gut sehen, denn der Fluss ist hier nicht so breit.

Das Flusstal ist beeindruckend, die Berge sind karg, kahl und unwirtlich, am Fluss hingegen ist es grün und fruchtbar, wie in einer Oase. Der Fluss ist nicht begradigt oder kanalisiert, das Wasser sucht sich selbst den Weg und wechselt oft die Talseite, es bilden sich Inseln und Nebenarme, die sich später wieder vereinen, so stelle ich mir auch das Rheintal, vor hunderten von Jahren vor. Die Gegend hier ist wunderschön.

Am Nachmittag besuchen wir bei Vrang eine alte buddhistische Stupa, ein Junge von 14 Jahren zeigt uns den Weg, er spricht englisch und sein Freund spricht 5 Sprachen (Tadschik, Wakha, Russisch, Farsi/Afghan und Englisch).
Als wir wieder beim Auto sind, bieten uns die Beiden Rubine zum Kauf an. Tatsächlich gibt es in Tadschikistan Edelsteinminen, die auch schon Marco Polo in seinen Berichten erwähnte. Nach Begutachtung der „Ware“ entscheiden sich Andy und ich zum Kauf von jeweils 6 Rubinen. Jeder von uns zahlt umgerechnet dafür etwa 4 Euro. Zudem glauben wir, dass ein Einstieg in das Edelsteingeschäft gesünder ist als der Einstieg in das Opiumgeschäft.

Über uns ragen die Gipfel von Pik Engels und Pik Marx empor, wir fahren an diesem Tag aber noch weiter bis Yamchun und campen in der Nähe der Bibi Fatima Hot Spring, die mit Hilfe der Aga Khan Stiftung erneuert wird.

Am Abend besuchen Annette und ich die heiße Quelle und nach unserer Rückkehr trinken wir  noch zusammen Gin, über dem Hindukusch geht der Vollmond auf, die Stimmung wird plötzlich sentimental und eine seltsame Ergriffenheit kommt über uns.

Am Morgen besuchen wir noch das Fort Yamchun und fahren dann weiter nach Ishkashim, dort soll morgen auf der afghanischen Seite der wöchentliche Markt stattfinden, den man ohne Visum besuchen kann. In Hanis Guesthouse treffen wir Maurizio an, den wir bereits in Teheran und Bukhara getroffen haben, er ruft uns zu, dass er still alive und gesund aus Kabul zurückgekehrt ist, allerdings denken wir, dass er so einige lokale Spezialitäten konsumiert hat, die bei uns unter das Betäubungsmittelgesetz fallen würden.
Am nächsten Morgen teilt uns Hani, der Eigentümer des Guesthouses mit, dass der Markt aus Sicherheitsgründen leider schon wieder abgesagt worden ist. Laut seiner Aussage gab es am Vorabend auf der anderen Flussseite einige Schusswechsel und heute sei auch noch amerikanischer Nationalfeiertag, der 04. Juli. Der Markt ist zum zweiten Mal in Folge ausgefallen und für die lokale Bevölkerung ist das eine große wirtschaftliche Einbuße.

Hani teilt uns auch noch mit, dass die Straße nach Khorog aufgrund von Erdrutschen unpassierbar sei. Er warte auf Gäste, die sich per Handy gemeldet hätten um ihm das mitzuteilen.

Wir beschließen trotzdem in Richtung Khorog zu fahren und im Falle, dass es nicht weiter geht biegen wir in ein Seitental ab und warten halt ab, bis die Straße wieder frei ist.

Aber wir haben Glück und können mit unseren Fahrzeugen die Stellen passieren und erreichen am Nachmittag die Pamir Lodge in Khorog, der Hauptstadt der autonomen Provinz Berg Badachschan. Hier leben über 20.000 Menschen und es gibt auch eine Universität. In der Lodge haben wir dann auch wieder einmal Internetzugang und wir nehmen Kontakt zur Heimat auf. Leider sind die Nachrichten  nicht so erfreulich und Annette bucht noch am gleichen Abend einen Heimflug in 3 Tagen von Osh in Kirgistan nach Basel.

Ihrer Mama geht es nicht gut, ist im Krankenhaus und es steht eine schwierige Operation an. Sie telefoniert noch mit ihr und verspricht in drei Tagen bei ihr zu sein, ihre Mutter verspricht ihr auch sich doch operieren zu lassen.

Am nächsten Morgen endet leider unsere gemeinsame Reise mit Around the world in 800 days. Gerne wären wir noch einige Tage mit ihnen weitergefahren, aber dies ist zum jetzigen Zeitpunkt unglücklicherweise nicht möglich. Nach dem letzten gemeinsamen Frühstück bauen wir unser Zelt ab währenddessen hat Emma für uns belegte Brote gerichtet und eingepackt, wir tauschen noch unsere Bilder und Videos aus und dann fahren wir los, auf der M41 in Richtung Murghab geht es wieder zurück. Der Highway ist schlechter als mancher Off Road Track, wir fahren ohne Pause, wir essen die Brote unterwegs während der Fahrt und am Abend erreichen wir den Lake Karakul, wo wir die Nacht verbringen. Früh am nächsten Morgen geht es weiter bis zur Grenze, natürlich sollen wir wieder bezahlen, aber wir bleiben stur und zahlen nichts. Diesmal kann keiner der Grenzer Englisch und wir werden laut auf Russisch angebrüllt. Als der erste merkt, dass er von uns nichts kriegt, lacht er und schüttelt mir die Hand, der letzte Posten will dann bei der Ausreise noch unser Auto desinfizieren, ich versuche ihm zu erklären, dass das bei der Einreise evtl. noch sinnvoll sein kann, aber nicht bei der Ausreise. Die 100 Som, die er haben will verweigern wir und lassen ihn in seinem Häuschen sitzen. Nach einer ¼ Stunde gibt er einem Schweizer, der des russischen mächtig ist, unsere Pässe und trägt ihm auf uns auszurichten, dass er die 100 Som für uns bezahlt und er uns nie wieder in Tadschikistan sehen will.

Am Nachmittag erreichen wir Osh und fahren wieder zu TES‘ Guesthouse, Annette packt ihre Sachen und am nächsten Morgen um 03.00 bringt sie ein Taxi zum Flughafen.

Leider muss auch ich 9 Tage später nach Deutschland zur Beerdigung von Annettes Mutter fliegen.

Wichtig für Annette war, dass sie noch rechtzeitig bei ihrer Mutter sein konnte. Selbst wenn man sich „in the middle of nowhere“ befindet, so ist man doch auch wieder schnell bei seinen Lieben zu Hause.

Nach einer gemeinsamen Woche in der Heimat, fliegen wir wieder zusammen zurück nach Osh in Kirgistan, in der Nähe zu Tadschikistan.

Das ist ein armes, aber wunderschönes Land, mit äußerst freundlichen und hilfsbereiten Menschen und auf jeden Fall eine Reise wert. Im Nachhinein sind wir sehr froh, mit Andy und Emma diese Reise gemacht zu haben, wir hätten wirklich etwas verpasst.

Auf der Seidenstraße

Wer eroberte und verband die antike Welt miteinander, waren es Kriegshelden, Pioniere oder vielleicht sogar nur einfache Kaufleute?

In einem uighurischen Text heißt es „… ferner gibt es Kaufleute, die ruhen nicht mit dem Handel und sind Nutzbinger …, von Ost nach West ziehen sie umher, deine Wünsche bringen sie dir. Zehntausend Schätze, die Wunder der Welt, sind bei ihnen. … Gäbe es keine Kaufleute, durchstreifend die Welt, wann könntest du anziehen den schwarzen Zobelpelz? Schnitte die chinesische Karawane das Karawanenbanner ab, woher sollten dann die zehntausend Kostbarkeiten kommen? … Solcherlei sind die Kaufleute alle, schließe dich ihnen an, halte offen das Tor! Bemühe dich um sie, halte sie wohlfeil, und dein Name wird mit Güte weit bekannt, glaube es!“

So alt der Handel über die transasiatische Handelsroute auch ist, der Begriff „Seidenstraße“ ist eine Wortschöpfung aus dem 19. Jahrhundert von einem deutschen Geographen und diese Bezeichnung ist auch ein wenig irreführend. Erstens wurde nicht nur Seide zwischen Europa und Asien gehandelt und zweitens bestand die Straße aus einer Vielzahl von Karawanenwegen, die zum Teil parallel zueinander verliefen und sich mehrfach verzweigten.

Zu Zeiten Marco Polos, des wohl berühmtesten Reisenden auf der Seidenstraße, hatte der alte Handelsweg, der das Reich der Mitte mit dem Abendland verbindet, seine große Blütezeit lange hinter sich. Mehr als 1300 Jahre bevor sich der Venezianer 1271 auf seine Reise an den Hof des mongolischen Khans im heutigen Beijing, machte, hatten unzählige Kaufleute vor ihm mit ihren Karawanen die Seidenstraße beschritten. Die alten Römer wussten bereits um die Zeitenwende chinesische Seide zu schätzen, rätselten aber noch lange, woraus sie bestand und woher sie kam. Seide war leicht und unzerbrechlich und deshalb einfach auf dem Rücken eines Kamels oder Lastesels über weite, unwegsame Strecken quer durch Asien zu transportieren. Doch das edle Gewebe war nicht das einzige Handelsgut, das im Handel über die Seidenstraße eine Rolle spielte. China exportierte außer der Seide Naturlack, Gewürze wie Zimt, Ingwer und Kurkuma, edle Keramiken, Pelze, Moschus und später Tee und Rhabarber in den Westen.

Aus Indien und Persien kamen Gewürze wie Koriander, Nelken, Muskat, Kardamom, echter Safran und Pfeffer, Woll- und Leinentextilien, ferner Sandelholz, Indigo, Lapislazuli, Kampfer, Myrrhe, Henna, Weihrauch und Rohrzucker nach China.

Die mehr als 10.000 km lange Strecke vom östlichen Mittelmeer bis nach China hat, bis auf einige wenige, wohl kaum ein Händler in einem Stück zurückgelegt. Weder für Mensch noch für Tier war der schier endlose Weg durch öde Steppen, heiße Wüsten und über eisige Hochgebirge im Ganzen zu bewältigen. Die meisten Waren wurden etappenweise von Händler zu Händler weitergereicht. Im alten Rom wusste man nichts von chinesischen Kaufleuten, und auch Römer wurden in der chinesischen Hauptstadt des Altertums und Mittelalters nicht gesichtet.

Als Transportmittel auf der Seidenstraße dienten dem Menschen meist Pferde, als Lasttiere verwendete man in der Wüste lieber die widerstandfähigen Kamele, im Hochgebirge Yaks und ansonsten Esel und Ochsenkarren. Die Handelsrouten waren so angelegt, dass die Karawanen in einem Abstand von wenigen Tagen eine Oase erreichen konnten, wo Wasser, Proviant, Herbergen und frische Tiere zur Verfügung standen. Karawanen hatten nicht nur räuberische Überfälle, sondern auch schreckliche Unwetter, wie Sand- oder Schneestürme, zu fürchten. Dem Berufsstand des Kaufmanns, der diese Strapazen auf sich nahm, um die Bewohner der Oasenstädte mit allerlei Annehmlichkeiten zu versorgen, brachte man deshalb entlang der Seidenstraße große Achtung entgegen. Abbildungen von Händlern und Kaufleuten verschiedener Nationalitäten tauchen immer wieder in der religiösen Kunst entlang der Seidenstraße auf.

Doch die unzähligen Händler, die seit Jahrhunderten die Seidenstraße nutzten, haben nur selten über ihre, mit Sicherheit erlebnis- und oft entbehrungsreichen Reisen, berichtet. Aus geschäftlichen Gründen lag ihnen wohl daran, den genauen Weg ihrer Reisen und den Ort ihrer geschäftlichen Quellen im Dunkel zu lassen. Eine Ausnahme bildet Marco Polo, der mit seinem berühmten Bericht einen der ersten Bestseller der Weltliteratur schuf, über dessen Echtheit sich die Wissenschaftler allerdings bis heute streiten. Das weniger bekannte „Handbuch für den Kaufmann“, 1340 von Francesco Pegolotti verfasst, beschreibt genaue Routen und Reisezeiten. Die Reise dauerte nach seinen Rechnungen mit verschiedensten Verkehrsmitteln – Ochsenwagen, Schiff, Kamelwagen, Lasteseln und Pferden – etwas 285 – 295 Tagen. Dies entspricht auch der heutigen Reisezeit mit einer modernen G-Klasse von Mercedes-Benz im Jahre 2015 auf der Seidenstraße.

Doch auf der Seidenstraße wurden nicht nur Handelsgüter ausgetauscht, sie war auch der Informations-Highway des Altertums, über den Ideen, Technologien, Künste und Moden von Ost nach West und umgekehrt transferiert wurden. Zahlreiche Religionen – der Buddhismus, das Christentum, der persische Zoroastrismus und schließlich der Islam – fanden über reisende Händler, Pilger und Missionare auf der Seidenstraße weite Verbreitung in Asien.

Im Gegensatz zu den Kaufleuten verfassten viele der religiösen Pilger ausführliche Reiseberichte, denen wir wertvolle Informationen über die damaligen Reisebedingungen, die Völker und Kulturen entlang der Seidenstraße entnehmen können.

Nachdem es der neuen Ming-Dynastie gelungen war, die Mongolen 1368 aus China zu vertreiben, war es mit dem regen Handel und Kulturaustausch über die Seidenstraße vorbei. Die jahrzehntelange Fremdherrschaft der Mongolen hatte für die Chinesen offenbar ein solch traumatisches Erlebnis dargestellt, dass sie ihre Landesgrenzen nach Norden und Westen hin abschotteten und viel Geld in die Instandsetzung und an Ausbau der Großen Mauer investierten. Der Ost-West-Handel wurde ab da nun hauptsächlich über die Häfen der südchinesischen Küste auf die „Seidenstraße der Meere“ verlagert.

Eine der Hauptlinien der Seidenstraße bildete die Strecke Teheran – Mashhad – Merv – Bukhara – Samarkand – Tashkent – Fargana – Osh – Kashgar im heutigen Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und China und seit einigen Wochen befahren wir diese Hauptlinie. In Turkmenistan ist vom Flair der Seidenstraße leider wenig übriggeblieben, als wir jedoch die Grenze nach Usbekistan überschreiten und nach Bukhara kommen, können wir die Atmosphäre der alten Zeit spüren. Die Stadt wir überragt von einem großen Minarett, das, wie wir bisher immer dachten, nur der Muezzin nutzt, um zum Gebet zu rufen, aber wie uns Sanam erklärt, früher auch als Leuchtturm in der Wüste, der die Karawanen bei Sandsturm nach Bukhara lotste oder zur Beobachtung diente. Wir bleiben 4 Tage in Bukhara und genießen die Ruhe der Stadt, das alte Zentrum ist sehr schön restauriert und die kleinen Basare sind voller Leben. Sanam, die ein „Tourist-Office“ führt, macht mit uns zwei Stadtführungen und erklärt uns, wie sich das Leben zu Zeiten der Seidenstraße in Bukhara abgespielt haben könnte. So gab es ein Finanzviertel, wo sich die Karawanen mit lokalem Geld versorgten, Hamams, um sich zu waschen und zu erholen und natürlich Basare, wo Waren verkauft und gehandelt wurden und natürlich Karawansereien, Herbergen für Mensch und Tier. Es gibt verschiedene Basare und früher war ein Basar ganz wichtig, der Hutbasar. Zuerst können wir uns das nicht vorstellen, aber nach ihren Erläuterungen leuchtet auch uns das ein. Der Hut war eine Art Visitenkarten und man konnte an ihnen ablesen, woher man kam, zu welchem Stand man gehörte, ob man noch zu haben ist und noch so einiges mehr. Außerdem gab es einen bedeutenden Edelstein- und Schmiedekunstbasar.

Am darauffolgenden Tag besuchen wir mit ihr das Chor Minar, eine Medresse aus dem 18. Jahrhundert, eine Schule, erbaut von einem Kaufmann, der mit Indien Handel betrieb und dort ein so schönes Gebäude sah, das ihm als Vorbild für die Medresse in Bukhara diente. Die Minarette haben hier keine Funktion, sondern wurden nur aus ästhetischen Gründen errichtet, diese sind nicht einmal begehbar. Das Chor Minar ist auch auf dem Titelblatt des aktuellen Lonely Planet Reiseführers Central Asia.

Am Abend fahren wir zum Elternhaus von Sanam in ein kleines Dorf, nahe Bukhara um dort auch zu Abend zu essen. Wir dürfen zuschauen, wie ihre Schwägerin Brot backt und Plov, das traditionelle Essen in Usbekistan, zubereitet.

Sanam sagt uns, Bukhara und Samarkand, die beiden berühmten Städte der Seidenstraße, seien wie zwei junge Frauen, die eine ungeschminkt, die andere bunt und aufgetakelt und wir sollten selbst entscheiden, welche uns besser gefällt.

In Samarkand besichtigen wir das Timur Mausoleum, das Registan und die Bibi Fatima Moschee, auch hier ist alles sehr schön hergerichtet, nur fehlt uns das Flair und die tolle Atmosphäre, die wir in Bukhara gespürt haben.

Im Hostel in Samarkand treffen wir Heike aus Minden, sie ist per Fahrrad unterwegs und als wir sie fragen wohin sie möchte, sagt sie „nach Tuktoyaktuk“. Wir schauen uns verdutzt an und sie ergänzt dann „das ist in Kanada“. Wir schauen immer noch verdutzt, denn Kanada liegt nicht gerade auf dem Weg durch Asien.

Sie macht eine unglaubliche Radreise durch Asien nach Australien und will dann per Schiff nach Südamerika und von dort nach Kanada radeln.

Unser Weg führt uns weiter in die Hauptstadt Usbekistans, nach Tashkent. Dort suchen wir eine Mercedes Werkstatt, denn ich möchte gerne einen kleinen Service durchführen lassen. Am Straßenrand treffe ich zwei neue Mercedes, eine S- und eine E-Klasse. Ich frage die beiden Fahrer nach Mercedes Benz. Einer gibt mir dann sein Handy und die Dame am anderen Ende erklärt mir, dass es keine offizielle Niederlassung gäbe, aber mich jemand abholen würde und mich zu einem qualifizierten Service bringen würde. Nach einer ¼ Stunde kommt Alexander in einem Golf und bringt uns zu einer Werkstatt, zwei Gruben, zwei Tore, alles ölig und dreckig. OK, ich frage sie ob sie Öl 5W-40 haben und ob sie einen Ölwechsel durchführen könnten. Ich zeige Ihnen meinen 5L Kanister, den ich zum Nachfüllen dabei habe. Nein, haben sie natürlich nicht und so fährt Alexander los und holt 8 ltr. von der gleichen Sorte Liqui Moly Leichtlauföl – Made in Germany. Am Fahrzeug habe ich noch einen Ölverlust festgestellt und zeige diesen Alexander, evtl. die Dichtung vom Rohr des Turboladers. Wir vereinbaren für morgen früh einen Termin, denn heute ist bereits später Nachmittag.

Wir fahren zu Alis Guesthouse, in Usbekistan muss man sich als Tourist spätestens alle 72 Std. in einem Hotel registrieren lassen, ansonsten gibt es unter Umständen bei der Ausreise am Zoll Schwierigkeiten und diese wollen wir natürlich vermeiden.

Die Tür ist verschlossen und wir klingeln mehrfach. Wir wollen schon auf dem Absatz kehrt machen, als doch noch die Tür aufgeht und ein ca. 50-Jähriger in weißer Leinenhose und nacktem Oberkörper vor uns steht. Er bringt uns zu Ali ins Büro, dieser sitzt in Unterhosen und ebenfalls nacktem Oberkörper an seinem Schreibtisch. Er lacht uns freundlich zu uns sagt: „Hello“, dann zieht er sich eine Hose an. Wir verhandeln den Preis und eine sehr junge Dame zeigt uns das Zimmer, es ist ein riesen Apartment, wir fragen nach einem kleineren Doppelzimmer, aber diese seien alle belegt. OK, wir nehmen das Zimmer und Ali sagt in zwei Stunden wird unsere Ankunft gefeiert. Er lädt uns zum Abendessen ein, es gibt Bier, Vodka, Plov, Nüsse, etc. Beim Abendessen erklärt er uns, dass er Ärger mit den Behörden gehabt hätte und erst gestern wiedereröffnet hätte. Als er jung war zog er mit drei anderen Musikern durch die Lande und war ein erfolgreicher „Popstar“, davon zeigt er uns Videos. Auffällig sind die vielen Fernbedienungen, Receiver und Sat-Anlagen, dann sagt er uns, dass er über 1600 Programme empfangen kann, „do you want to see german Porno?“ Wir lehnen ab und ziehen uns nach dem Essen zurück. Annette ist davon überzeugt in einem Puff gelandet zu sein, aber immerhin haben wir erfahren, dass es doch eine richtige Mercedes Niederlassung in Tashkent gibt und zu dieser fahren wir am nächsten Morgen.

Der Service wird gemacht und wir verlassen Tashkent in Richtung Norden an den Stausee „Chorvoq Suv Ombori“, dort sind auf unserer Karte richtige Campingplätze eingezeichnet und es scheint ein lokales Touristenzentrum zu sein, wir freuen uns auf ein Bad im See.

Als wir dort jedoch ankommen versperrt ein großes Tor die Weiterfahrt, in großen, eisernen Lettern steht dort „KONSTRUCTOR“. Wir steigen aus und sprechen mit einer Frau, es kommt eine zweite hinzu, die englisch kann und sie sagt uns, dass das Camp nur für Kinder sei. Wir könnten aber rechts hinunter zum Strand, dort gibt es einen Fußweg und ein Mann, der sein Haus neben Konstructor hat, bietet uns an im Hof zu parken und zu campen. Der Strand ist voller Scherben und an baden ist nicht zu denken, wir bleiben aber trotzdem zwei Tage am See und machen klar Schiff im Beast. Uns würde schon interessieren was in diesem Feriencamp von statten geht, aber es ist komplett umzäunt und wir hören immer nur, wie die Kinder im Chor etwas nachbrüllen, das Ganze geht immer bis um 22.00 Uhr abends, dann wird es ruhig. Leider fällt mir bei diesem Lagerzaun und dem eisernen Schriftzug „Arbeit macht frei“ ein.

Unser Weg führt uns ins Ferganatal, dort wird noch Seide verarbeitet und es soll in Margilon auch noch einen großen Basar geben, auf dem auch Seide verkauft wird, auch die berühmte Keramik kommt aus der Nähe des Ferganatals.

Als wir ankommen findet dort gerade das internationale ITF Damentennisturnier statt, das später die Russin Anastasiya Komardina gewinnen wird, es ist schwer eine Unterkunft zu finden.

In Fergana besuchen wir die Seiden- und Teppichproduktion von Yodgorlik, wir erhalten eine Führung und der junge Mann zeigt uns alle Stationen der Seidenherstellung. Zuerst werden die Kokons in heißes Wasser gegeben und eine Frau löst einen Faden ab und klebt ihn an andere Fäden, die bereits an einem Rad entlang laufen und so aufgewickelt werden, später kommt die Seide in einen Absud, um sie weich zu machen, in die Färberei und anschließend zur Weberei. Er erklärt uns die natürlichen und die chemischen Farbstoffe, das Fixieren mit Aluminiumsulfat und zum Schluss auch noch das Teppichweben. Yodgorlik stellt Woll- und Seidenteppiche von Hand her und wir sind sehr beeindruckt von der Geduld und der ruhigen Hand der Frauen, die dort arbeiten.

Auf meine Nachfrage dürfen wir auch in die maschinelle Produktion, die Maschinen sind uralt und der Lärm ist ohrenbetäubend, obwohl nur drei Maschinen am laufen sind. Anschließend kaufen wir uns noch ein paar Sachen im Werksshop ein und wollen dann zurück zum Hotel. Aber auf der anderen Straßenseite ist eine Bäckerei und die Mitarbeiter haben uns gesehen. Sie winken, dass wir kommen sollen und Fotos machen. Einer erklärt uns, wie er den Teig macht, nein er hat keine Maschine und zeigt auf seine Oberarme, sein Kollege macht aus dem Teig Rohlinge und gibt diese weiter an seinen Kollegen am Ofen. Dieser hat den härtesten Job, denn er muss die Rohling in den Ofen „kleben“ und wenn sie gut sind wieder herausholen. Da wir Fotos machen verzichtet er auf seinen Hitzeschutz, den Schal. Dieser arme Kerl schwitzt und der Schweiß rinnt in Strömen von seiner Stirn, aber alle sind freundlich und lachen uns zu, zum Abschied bekommen wir noch zwei Brote geschenkt.

Am nächsten Tage fahren wir zur kirgisischen Grenze, wo wir gegen 14 Uhr ankommen. Wir bleiben an einem Fluss stehen und machen uns einen Kaffee. Es kommt aus dem Niemandsland ein junger Mann und bietet uns Kissen am Fluss an. Wir fragen ihn, ob wir hier campen können, ja das ist kein Problem. Ich möchte noch ein Bad im Fluss nehmen, der jedoch eine ordentliche Fließgeschwindigkeit hat. Also laufe ich ein Stück flussaufwärts, wo zwei Jugendliche am Ufer stehen und frage sie, wo man baden kann. Einer zeigt in die Flussmitte und zeigt mir an, keine Kopfsprünge zu machen, der andere springt gleich mit Anlauf hinein und so springe ich hinterher. Es ist eine muntere Achterbahnfahrt und ich komme heil einige Meter weiter unten wieder heraus. Die beiden Jugendlichen sind neugierig und kommen später zu uns ans Auto. Wir bauen gerade unser Dachzelt und den Klapptisch auf und einer von den beiden kann das ganze gar nicht glauben und lacht andauernd vor lauter Freude. So kommen noch den ganzen Abend Jugendliche vorbei und möchten Fotos machen, alle sind sehr freundlich und freuen sich über die ungewöhnlichen Gäste.

Am nächsten Morgen passieren wir problemlos die Grenze nach Kirgistan und fahren in das nahe gelegene Osh. Hier sehen wir uns auf einem Basar um, leider nicht mehr orientalisch, sondern ein „Russenbasar“, am Stadtrand in alten Seecontainern untergebracht. Verkauft wird billiger Ramsch, Kopien von Markenwaren und Kleidung. Die Ware kommt wie vor 2000 Jahren aus China, aber die Zauberworte, die die Kunden so mögen heißen heutzutage Polyacryl, Polyethylenterephthalat, Polyamid und BILLIG. Noch immer sind es die Kaufleute, die die ersehnten Güter zu ihren Kunden liefern, sogar bis in die entlegensten Winkel dieses Kontinents.