Hakuna Matata auf Zanzibar

A kind of Magic – geheimnisvoll und wunderschön. Unsere Erwartungen sind hoch, deshalb hat es diese Insel im Indischen Ozean auf unsere Bucket List geschafft und nachdem wir Sambia und Tansania im Eiltempo durchfahren haben, benötigen wir auch wieder einmal ein paar Tage der Ruhe und Erholung.

Von Daressalam, der Hauptstadt Tansanias geht es mit einer kleinen Fähre auf die Insel. Wir haben ein ruhiges Hotel an der Ostküste auf der Landzunge Michamvi gebucht, die Fahrt mit dem Taxi dorthin dauert eine Stunde. Es ist schön gelegen, leider geht ein scharfer Wind. Am Morgen können wir bei Ebbe schöne Spaziergänge am Strand unternehmen, bei Hochwasser kommt das Wasser bis an die steile Küste heran, sodass kein Strand mehr vorhanden ist. Es lässt sich aber auch am Pool gut aushalten. Das Essen ist frisch und der Fisch sehr lecker.

Unsere Akkus sind hier schnell wieder aufgeladen und wir verlassen diese Oase der Ruhe in Richtung Stone Town, Weltkulturerbe der UNESCO. Wir checken im Zanzibar Palace Hotel ein und haben uns eine Stadtführung  und einen Besuch des sagenumwobenen Darajani Markets auf die Fahnen geschrieben.  Im alten Arab Fort sitzt das offizielle Touristenbüro, wo wir eine Führung buchen. Bis es soweit ist sitzen wir im Schatten des Forodhani Garten am Ufer des indischen Ozeans und trinken einen Kaffee. Auf der „Flaniermeile“ Sansibars beobachten wir die Leute, Taxifahrer warten auf Kunden, Touristenführer und Souvenirverkäufer preisen ihre Dienste und Waren an, andere suchen gleichfalls im Schatten ein ruhiges Plätzchen, um sich auszuruhen.

Es ist eine private Führung, die 1 ½ Stunden dauert und umgerechnet etwa 15 Euro kostet.  Sie startet am alten arabischen Fort, erbaut wurde es allerdings von den Portugiesen, die von ca. 1500-1700 auf der Insel das Sagen hatten und den Handel im indischen Ozean beherrschten. Sie wurden dann allerdings vom Sultan des Oman vertrieben und dieser etablierte den Sklaven- und Elfenbeinhandel auf der Insel. Außerdem wurden Plantagen für Gewürznelken angelegt und die Insel wurde auch bekannt als Gewürzinsel.

Was uns jedoch auf dem vielgepriesenen Darajani Market angeboten wird ist gewiss nicht von hier, sondern stammt wie auch die meisten anderen Waren aus Fernost. Der Gestank auf dem Fischmarkt ist unerträglich, tote Fische treiben in dreckigen, kaputten Styroporbehältern in fauligem Wasser. Die Auswahl auf dem Früchtemarkt ist sehr überschaubar und zumeist hat man die Wahl zwischen Kochbananen oder Essbananen. Die Händler amüsieren sich, aber wir müssen uns die Nasen leider zuhalten.

Die Sultane erweiterten ihren Einfluss im Landesinneren bis zum Tanganjikasee. Dies führte dann allerdings zu Schwierigkeiten mit der deutschen Ostafrikagesellschaft. Die Briten übernahmen das Protektorat über die Insel und schafften den Sklavenhandel ab.

Auf der Insel entstanden nun auch einige Kolonialgebäude, wie z. B. das dekorative Beit al-Ajaib, direkt an der Hafenpromenade gelegen, wurde 1883 es als „Zeremoniepalast“ des Sultans Barghash bin Said fertig gestellt. Es war das erste Gebäude in ganz Ostafrika mit Elektrizität und fließendem Wasser in Stahlrohren.  Daher etablierte sich der Name „House of Wonders“
Später wurde das Gebäude renoviert und diente zuerst dem Sitz der britischen Kolonialregierung und später der sansibarischen und tansanischen Regierung. Heute beherbergt es das „National Museum of Zanzibar“. Seit zwei Jahren ist es wegen Einsturzgefahr leider nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Sultanspalast, der seit 1994 das „Palace Museum“ beherbergt, befindet sich unmittelbar links neben dem House of Wonders. Er diente von 1834 bis 1964 dem jeweils regierenden Sultan als Regierungssitz und Wohnhaus. Seit dem Sturz des letzten Sultans Jamshid im Jahre 1964, wurde der Palast von der Regierung zur Verwaltung genutzt. Die prächtigen Räume des Palastes sind mit den Geschenken früherer Staatsoberhäupter aus aller Welt gefüllt. Interessant ist auch die hier dokumentierte Lebensgeschichte von Prinzessin Salme, die 1868 einen deutschen Geschäftsmann heiratete. Vom oberen Stockwerk des Palastes hätte man einen hervorragenden Blick über die Hafenbucht von Stonetown, wenn auch dieses Gebäude nicht so baufällig wäre.

Wir sind ehrlich gesagt leicht schockiert in welch schlechtem Zustand sich diese Stadt befindet. Wir sehen nirgendwo in der Stadt ein Gerüst oder einen Bauarbeiter, der irgendwelche Restaurationsarbeiten durchführt. Lediglich einige Hotels, die von westlichen Unternehmen geführt werden, sind in gutem Zustand und die Old Dispensary. Diese wurde 1887 entworfen und gebaut. Das Gebäude besticht durch seine ausgefallen attraktive Architektur mit hölzernen Balustraden. Es wurde bis 1964 als Klinik und Apotheke genutzt. Vor dem Zerfall gerettet und renoviert wurde es von der Stiftung des Milliardärs Karim Aga Khan, der es am 16. März 1997 als Stone Town Cultural Center eröffnete. Leider steht das Gebäude heute fast leer und es droht der erneute Zerfall.

Am Ende besuchen wir noch das Haus, in dem Freddy Mercury gelebt hat, als seine Eltern auf Sansibar gewohnt haben und in das er immer wieder zurückkehrte, wenn er Freunde auf seiner Geburtsinsel besuchte. Und plötzlich spüren wir es doch noch, ein besonderes Kribbeln – a kind of magic.


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